Eine Saison mit Licht und Schatten

Die Saison 2018/2019 ist vorbei und WSG Reform Magdeburg konnte sich souverän die Goldmedaille sichern. Die Burger spielten nicht auf ihrem gewohnten Niveau. Unter anderem musste der Burger VC 99 seit November 2018 auf Leistungsträger Georg Blum verzichten, den es für ein knappes Jahr nach Australien zog. Zudem kamen noch einige Verletzungsprobleme hinzu, so dass nicht immer der gesamte Kader zur Verfügung stand.

Trotzdem fuhren die Burger in der Hinrunde 6 Siege und 3 Niederlagen ein. Doch die Rückrunde verlief anders als erwartet, denn die Niederlagen gegen MTV Wittenberg II und USV Halle II waren eigentlich nicht eingeplant. Doch eine Überraschung gelang der Burger Mannschaft gegen WSG Reform Magdeburg, denn sie konnten vor einer atemberaubenden heimischen Kulisse mit knapp 300 Zuschauen 2 Punkte holen. In der Rückrunde wurden insgesamt 4 Siege und 5 Niederlagen erspielt. Am Ende wurde der Burger VC 99 Tabellenfünfter. So schätzen Sebastian Behr, Christoph Grothe, Sören Lambrecht und  Johannes Klose die Saison ein:

 

 

Sebastian Behr

Ich war zu Beginn der Saison einer der Wenigen, der augenscheinlich realistisch auf die Aufgabe des Teams geblickt hat. In der Mannschaftsbesprechung schätzte ich ein, dass ein 4. oder 5. Platz realistisch ist. Der 5. ist es am Ende geworden. Grundsätzlich können wir also zufrieden sein.
Dem Landesmeister konnten wir Paroli bieten, in eigener Halle sogar schlagen. Gegen Ballenstedt spielten wir zumindest im Rückspiel auf Augenhöhe. Ärgerlich sind die Ergebnisse aus den Rückspielen gegen MTV Wittenberg II, MLV Einheit und USV Halle Volleys II. Da muss man von verlorenen Punkten sprechen. Gründe gibt es sicherlich mehrere. Zum einen mussten wir durch „Georgs Ausflug“ einiges im Team umstellen. Rückblickend betrachtet, ist uns das ganz gut gelungen. Auch mit dem für uns ganz ungewohnten Thema Verletztungen mussten wir uns auseinander setzen.
So fehlten uns in einigen Spielen mit Sören Lambrecht und Alexander Behr wichtige Stützen unseres Spiels. Im vorletzten Spiel der Saison zog ich mir dann auch noch die Verletzung zu.  Davor waren wir in den letzten 9 Jahren stets verschont geblieben. Also ein Umstand mit dem wir erstmal umzugehen lernen mussten.
Kritik muss auch erlaubt sein. Irgendwie gelingt es uns als Mannschaft nicht in jedem Spiel die maximale Leistung abzurufen. Da muss sich etwas ändern. Wenn wir es schaffen in jedem Spiel 100% zu geben, dann passieren uns solche Ausrutscher wie gegen MTV Wittenberg II oder USV Halle Volleys II eben nicht mehr.
Zusammenfassend bzw. abschließend möchte ich mich nochmal bei unseren treuen Fans bedanken! Diese Fanbase ist in der Landesoberliga einzigartig! Es macht dem Team immer wieder mega viel Spaß vor euch bzw. für euch zu spielen. Macht bitte, bitte weiter so!!! Wir sind stolz auf euch!!!

 

 

Christoph Grothe

Sportlich gesehen haben wir uns vor der Saison das Ziel gesetzt, uns im Mittelfeld zu etablieren, wenn möglich auf der oberen Tabellenhälfte zu landen. Insofern wurde unser Ziel zu 100% erfüllt und die Saison kann als erfolgreich bewertet werden.

Dass die öffentliche Erwartungshaltung eine andere war, kann ich nachvollziehen, nachdem die Mannschaft im Vorjahr die Saison auf Platz 3 abgeschlossen hat. Dennoch macht der Aufwand, den eine Mannschaft als Ganzes investiert, viel aus.

Vom Verlauf würde ich die Spielzeit in vier Phasen einteilen.

Die erste Phase war von der Saisonvorbereitung bis zum Spiel gegen USV Halle II. Bis dahin haben wir regelmäßig und ordentlich trainiert, einen anständigen Volleyball gespielt und bis auf das Spiel gegen WSG Reform Magdeburg alle Spiele gewonnen.

In der zweiten Phase, die bis Jahresende 2018 ging, mussten wir aufgrund von anderen privaten Interessen der Spieler und Verletzungen das Training reduzieren. In dieser Phase sind wir auch zum Teil mit vergleichsweise wenigen Spielern zu den Spieltagen gefahren. Obwohl wir noch ansprechende Leistungen auf das Parkett bekommen haben, war gegen SV Fortuna Ballenstedt und MTV Wittenberg I nichts zu holen. Gegen SV Rot-Weiß Weißenfels und USC Magdeburg II hat es zum Jahresende noch zwei Siege gegeben.

Nach dem Jahreswechsel kam das böse Erwachen. Gegen MTV Wittenberg II und MLV Einheit haben wir nicht einfach nur die Spiele verloren; denn die Art, wie wir gespielt haben, war einfach nur enttäuschend. Das war im Prinzip auch gegen die Altmark Volleys so, nur mit dem Unterschied, dass wir das Spiel gewonnen haben.

In der letzten Phase konnten wir uns vor allem aufgrund der Vorfreude auf das Heimspiel gegen Reform mit all dem Drumherum noch einmal für punktuelles zusätzliches Training begeistern. Dieses Spiel haben wir auch gewonnen, sicherlich gepusht durch das hohe öffentliche Interesse. Danach hat es nicht mehr gereicht, um noch ein Spiel zu gewinnen. Diese Begeisterung, wie gegen WSG Reform Magdeburg kam nicht in jedem Spiel auf und das muss sich die Mannschaft auch vorwerfen lassen. In dieser Phase sind wir auch noch im Pokal ausgeschieden.

Diese Spielzeit hat uns gezeigt, dass man ohne kontinuierliches Training ziemlich schnell abrutschen kann. Vom Ergebnis mal abgesehen muss die Mannschaft vor allem an ihrem Charakter arbeiten. Zur Sportlichkeit zählt eben nicht nur das Ergebnis.

Fakt ist: wir haben die Spiele verloren, die Punkte „fehlen“ uns nicht, sondern wir haben sie nicht erspielt.

Es ist schwer zu akzeptieren, wenn man einen Erfolg nicht wiederholen kann. Andererseits muss ich mich auch nicht wundern, dass ich nicht erfolgreich sein kann, wenn ich nicht bereit bin in etwas zu investieren. Das ist – wenn man so will – die Ökonomie des Sports.

 

 

Sören Lambrecht

Wir hatten ja vor der Saison gesagt, es geht eher um einen Platz im Mittelfeld. Das haben wir im Endeffekt auch erreicht. In der Hinrunde haben wir die Spiele gegen Mannschaften, die hinter uns in der Tabelle standen, gewonnen. In diesem Jahr, gerade in der Startphase von 2019, verloren wir gegen MTV Wittenberg II, MLV Einheit und USV Halle II. Somit fehlen uns insgesamt 9 Punkte. Die Niederlage gegen MLV Einheit ist keine Schande, denn sie können guten Volleyball spielen. Bei denen steht eben die Annahme, so dass sie enorm Druck aufbauen können. Das haben wir in diesem Spiel nicht unterbunden, weil unser Aufschlag zu schwach war. Bei allem Respekt den Mannschaften MTV Wittenberg II und USV Halle II gegenüber, aber diese Spiele hätten wir gewinnen müssen, da sie uns individuell unterlegen sind. Aber wir haben es einfach nicht geschafft ein sicheres Spiel aufzuziehen. Mit diesen 6 Punkten, hätte die Tabelle wahrscheinlich anders ausgesehen.

 

 

Bist du der Meinung, dass eure Leistung auf das Fehlen von Georg Blum zurückzuführen ist?

 

Sören Lambrecht

Der Burger VC 99 zeigte in dieser Saison das Gesicht der launischen Diva, das ist aber nicht auf Georg Blums Fehlen zurückzuführen. Wir wissen nicht, wie die Spiele mit ihm als Spieler ausgegangen wären. Es hätte uns aber mehr Wechseloptionen auf anderen Positionen ermöglicht. Nichtsdestotrotz muss unser derzeitiger Kader das reißen.

 

 

Wie zufrieden bist du letztendlich mit dieser Saison?

 

Sören Lambrecht

Aus meiner Sicht können wir mit der Saison nicht zufrieden sein, aber dennoch gab es diverse Highlights. Wir haben zu Hause und auch auswärts gute Spiele gehabt. Wir wissen, dass wir guten Volleyball spielen können, aber wir haben es nicht hinbekommen, die Spannung konsequent über die gesamte Saison hochzuhalten. Wie schon in der letzten Spielperiode, machen wir viel zu viele individuelle Fehler, die wir diese Saison nicht ausgleichen konnten und vielleicht ist uns auch das Quäntchen Glück abhandengekommen. Zusätzlich waren noch ein, zwei Spieler während der Saison verletzt, was wir nun schwer auffangen konnten, weil ein Qualitätsgefälle innerhalb der Mannschaft vorhanden ist. Ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber ich denke, dass es jeder selbst einschätzen kann.

 

 

Johannes Klose

Ich habe nichts anderes erwartet. Wir haben noch nie über unser Saisonziel hinaus agiert. Unser Ziel war, dass wir uns mittelmäßig etablieren und nicht um den Abstieg kämpfen. Wir wussten bereits im Vorfeld, dass bei einigen Spielern im Laufe der Saison einige private Veränderungen anstanden, auf die wir auch reagieren mussten. Andere Mannschaften haben sicher ähnliche Probleme. Man hätte natürlich nach den ersten 4 oder 5 Spielen cleverer Weise sagen können, lasst uns das Ziel höherstecken, damit auch die Beteiligung am Training konstanter bleibt und man mehr gefordert ist. Dann wäre die Saison vielleicht auch anders verlaufen. In unserem ersten Spiel dieses Jahr hat sich MTV Wittenberg II in Ekstase gespielt. Das war seit langem mein erstes Spiel gewesen und ich habe in den ersten beiden Sätzen kaum einen wirklichen Fehler gemacht. Wir hatten aber im Angriff nichts entgegenzusetzen und deshalb mit 3:0 verloren. Wenn man in der Landesoberliga z.B. aufgrund von Verletzungen nicht den kompletten Kader zur Verfügung hat und mit weniger Emotionen auf dem Feld steht, bekommt man die Quittung. Das war an diesem Tag der Fall. Die Liga ist das ehrlichste, was es gibt. Man hat so viele Spieltage, Stunden und Minuten, wo man einiges ausgleichen kann, aber am Ende steht man da, wo man steht. Da kann man nichts schönreden.

 

 

Was denkst du, wie wird es weitergehen?

 

Johannes Klose

Die Liste für das nächste Trainingsjahr ist lang, denn wir haben schon gesammelt, was geändert werden muss. Mit dem Trainerstab und dem Mannschaftskapitän wird beraten, wie wir das dann angehen. Zu Beginn einer Saison fällt die Trainingsbeteiligung eigentlich immer so aus, wie sie sein soll und da haben wir die besten Bedingungen, um unsere jetzigen Fehler abzustellen und uns stetig zu verbessern.

 

c/o Bianka Müller

1.Herren, Allgemein,4.04.2019

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